Fakultät für Agrarwissenschaften

InnoRind - Woche 1 - Bürgerrat zur Zukunft der Kälberhaltung

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Wie empfinden Sie die beschriebene und gezeigte Situation der frühen Trennung von Kuh und Kalb und der anschließenden Einzelhaltung?

Offene Antworten (319)

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  • Beck

    Ich verstehe die befürworter der Meinung, Mann solle die Kälber eine Zeit lang bei der Mutter lassen. Ich kenne aber einen Fall, bei dem dann die Mutter sich zu stark an das Kind gebunden hat und als es dann nach ein paar Tagen weggenommen wurde ist die Mutter durchgedreht, hat den ganzen Stall zusammen geschriehen und andere Kühe verletzt. Das ging soweit, dass sie von den anderen Kühen getrennt werden musst. Wenn das Kalb gleich entnommen worden wäre, hätte die Kuh auch nicht so einen Starken Verlust verkraften müssen. Hört sich hart an, war aber für den Bauer einen sehr schwierige Situation die nur mit sehr viel mehr Arbeit und starken Nerven bewältigt werden konnte

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    • Gartenhexe

      Ja, habe ich auch schon mehrfach erlebt. Die Perspektive der Kuh ist aber oft nur manchmal besser, wenn man das Kind sofort wegnimmt. Je nach Charakter und Disposition der Kuh reagiert sie manchmal auch bei sofortiger Wegnahme so. Da ist für viele Muttertiere nur ein leichter Unterschied. Man kann es nur dem Kalb leichter machen, denke ich. Der Rest ist oft eben die brutale Wahrheit der Natur.

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      • Benutzer gelöscht  •  2024-11-07 18:21:07

        Danke auch mal für so ein Beispiel. Ich denke, diese Trennungsprozedur wird auch von Hof zu Hof unterschiedlich vollgezogen bzw. die Geburt. Wenn man das Kalb so schnell wie möglich von der Kuh trennt, kann gar keine Bindung entstehen. Wie vorne in dem Infomaterial geschrieben wird, wird diese Methode seit JAHRZEHNTEN eingesetzt, was natürlich nicht gleichzeitig heisst, dass das auch der beste Weg ist. Alles entwickelt sich weiter und wenn im Sinne des Tierwohls, eine Kälbertrennung nicht mehr stattfinden soll, dann ist das auch ok, aber die Umstellung auf andere Haltungsmethoden gehn nicht von heut auf morgen, dazu braucht es Zeit und Geld.

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      • Pinklady

        Kälber und Mutter sollten länger zusammen bleiben, auch das die Tiere selten oder zum Teil gar nicht auf eine Weide kommen finde ich furchtbar

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        • Luki

          Also in den Ställen , die in unsrer Nähe sind, kommen die Tiere eigentlich nur zum melken in den Stall, sind also immer draußen.

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        • gurusmi

          Wenn ich einen Hund oder eine Katze zu früh von der Mutter trenne, fehlt es den Viechern n Sozialisierung. Sowohl Katzen als auch Hunde brauchen ihre Mütter, um die Basis für das weitere Leben zu erlernen. Ich sehe in meiner Unkenntnis bei allen Säugetieren ein ähnliches Problem. Aber ich bin komplett Fachfremd.Meine Oma sagte zu mir immer "Was Fritzchen nicht lernt, lernt Fritz nimmer mehr". Meiner Meinung nach hat sich im Lebensmittelbereich vieles umgekehrt. Von einem Die Milch,... kostet xyz, da die und die Kosten anfallen sind wir zu einem Diktat der Abnehmer gekommen. Die Lebensmittelindustrie diktiert inzwischen den Preis für die Rohstoffe und benutzt im Anschluß bei der Verarbeitung die komplette Produktpalette der chemischen Industrie, um daraus berteuerte Produkte zu fertigen. Ein sehr gutes beispiel hierzu kann im Milchbereich bei Müllermilch gesehen werden.

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          • Kara43

            Ich denke, man sollte Tiere nicht so lieblos "Viecher" nennen.

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          • Benutzer gelöscht  •  2024-11-04 07:54:36

            In vielen Bereichen der Tierhaltung propagiert man, dass die Trennung vom Mutter nicht zu früh stattfinden soll und die Entwicklung des Jungtieres in den ersten Tagen und Wochen nicht gefährden. So zumindest mein Kenntnisstand bzgl. Haustieren wie z.B. Hunden und Katzen. Hier hat man früher mal gesagt, dass ein Welpe nicht vor der 8 Woche von der Hündin getrennt werden soll. Heute sagen viele Züchter, dass sie nicht vor der 12.-16. Woche die Welpen trennen. Hier hat es auch was mit Sozialisierung zu tun. Im Falle der Kälbertrennung muss ich einfach gestehen, dass mir das nötige Hintergrundwissen fehlt um zu beurteilen ob Kälber einen "Schaden" davon tragen würden. Ethisch finde ich die frühe Trennung nicht besonders tierfreundlich. Die Kuh ist das Leittier des Kalbes und ich könnte mir vorstellen, dass Kälber durch das Verhalten des Muttertieres viel "abgucken" kann wie es auf einem Bauernhof oder in einem Milchviehbetrieb abläuft. Räumliche Gegebenheiten vorausgesetzt.

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            • Gartenhexe

              Hundezüchter sind auch eher für die spätere Trennung, weil eine frühere viel Rabbatz veranstaltet. Nicht so sehr von den Welpen! Eher von den Müttern. Die Welpen haben mehr Interesse an ihren Geschwistern und daran, eine Rangordnung zu bilden. Aber sogar eine grimmige Minidackel-Mutter kann ein ganzes Haus zusammenbellen, wenn sie von ihren Welpen ferngehalten wird, die sie überall hört und schnuppert. Die meisten Welpen werden ja ohnehin nach 12 Wochen adoptiert.Wenn die Mutter die Welpen nicht mehr in jeder Hausecke erschnuppert, wird sie schneller mit der Trennung fertig. Also, das ist jetzt meine Erfahrung.

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              • Benutzer gelöscht  •  2024-11-07 13:46:07

                Das ist schon richtig. Was ich meinte ist, dass die Welpen eben nicht bereits nach - ich übertreib es mal - der Geburt oder bereits nach 4 Wochen abgegeben werden, sondern MINDESTENS nach 8, besser nach 12 Wochen. Klar ist mir auch, dass der Prozess der Trennung nicht zu lange auf sich warten lassen darf. Mir selbst sind die Gepflogenheiten in der Landwirtschaft nicht bekannt. Aber mein Beispiel mit den Hundewelpen sollte eben nur verdeutlichen, dass hier bewusst ein längerer Zeitraum - auch für körperliche und soziale Entwicklung - in Kauf genommen, ja bevorzugt wird.

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            • Texmex0801

              Als ich angefangen habe, mich mit den hier verfügbaren Quellen über das Thema "Trennung von Kuh und Kalb direkt nach der Geburt" zu beschäftigen, dachte ich, dass es sich um eine ziemliche Tierquälerei handelt, weil ich die Kühe vermenschlicht habe. Schließlich liegt bei uns Menschen ja schon ab der Geburt (und eigentlich schon vorher während der Schwangerschaft) eine enge Beziehung zwischen Mutter und Kind vor. Als ich dann aber tiefer in das Thema eingetaucht bin, habe ich gelernt, dass sich bei Kühen eine derartige Bindung erst später, nämlich erst nach Tagen zu bilden scheint. Daher erscheint eine Trennung direkt nach der Geburt nicht so problematisch zu sein und wird wohl in der Praxis auch nicht bei den Kühen/Kälbern beobachtet. Zusätzlich sprechen sogar einige Tierschutzgründe, wie der verbesserte Aufbau einer Immunität der Kälber und die Vermeidung des sog. Totliegens, für eine Trennung und nicht dagegen. Daher sehe ich die praktizierte Trennung als eher unproblematisch an.

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              • Luki

                So sehe ich es auch. Ich würde es nur im Anschluss an die Trennung vom Muttertier besser finden, wenn sie in Gruppenhaltung kommen, da wohl jedes Kalb gern Nähe, bzw. Spielkameraden hat, so wie wir Menschen auch. Ich weiß nicht, ob dies Nachteile hat?

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                • Moggele

                  So ist es, Kühe und ihre Kälber sind Herdentiere und fühlen sich alleine gar nicht wohl.

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                  • Penny

                    Das denke ich auch. Möglicherweise ist die Trennung von de Mutter nicht so schlimm wie wir uns das vorstellen, aber vielleicht wäre die gesellschaft anderer Kälber gut. Ich glaube nicht, dass Kälber Einzelgänger sind.

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                    • mandy111

                      Das sehe ich auch so. Kälber sollten mit anderen Kälber zusammengeführt werden - allein aus sozialen Aspekten.

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                    • Fuzzi

                      Ich bin ganz Eurer Meinung

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                    • Gartenhexe

                      Mit der späteren Bindung, da bin ich Deiner Meinung. Vermenschlichung gut und schön. Ich höre die Schreie von Mutterkühen, wenn ihnen die Kälber genommen werden. Das ist nicht Marke "Wo ist es denn, oh, weg. Ob morgen die Sonne scheint..." Nein. Das sind brutale, gequälte Töne voller Verzweiflung. Schreie, die Stunden anhalten, wenn die Kuh nicht ein Beruhigungsmittel gespritzt bekommt. Tiere sind nicht so weit vom Menschen entfernt, wie die wissenschaftliche Weltsicht es gerne hätte. Leider, leider habe ich da viele Erfahrungswerte.

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                      • love to learn

                        Darf ich fragen, wo du diese Erfahrungen gesammelt hast? Arbeitest du in dem Bereich?

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                        • Gartenhexe

                          Ich wohne direkt zwischen mehreren Bauernhöfen. Direkt aus meinen Fenstern schaue ich auf mehrere Kuhweiden. Da viel Weidenhaltung ist hier, werden Kälber oft draussen geboren. Da habe ich schon seit Jahrzehnten Erfahrungen sammeln "müssen" /können. Ich habe von 2 Bauern die Kurzwahl, um sie sofort zu informieren, wenn Kälber geboren worden sind auf der Weide.

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                          • love to learn

                            Danke für die Antwort. Ich habe dir schon ausführlicher auf deinen anderen Kommentar geantwortet. Aber ich finde es echt super, dass du da mehr Einblick hast. Wenn auch zwangsweise. ;) Solche Informationen finde ich viel hilfreicher und interessanter, als die Meinungen von ahnungslosen Großstädtern wie mir.

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                      • axelm1

                        Ich sehe das ebenso.

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                      • Lana7

                        Ich finde das traurig für junge Kühe und Kälber, denn sie sind Lebewesen und haben wie Menschen einen Instinkt für Erziehung und Mutterschaft.

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                        • SusiQ

                          Mir tun die Kälbchen und die Mutterkühe leid. Ich habe schon oft Kühe auf der Weide beobachtet und festgestellt, dass sie gerne kuscheln und die Nähe zu anderen Kühen suchen, so wie fast jedes Lebewesen. Dass es auch der Gesundheit der Kälber zugute kommt kann ich verstehen, denn in Mastbetrieben ist es einfach nicht möglich, die Kälber bei ihren Müttern zu lassen, wegen des Platzes und aufgrund von Krankheitserregern. Manche Bauern halten sich aber nicht daran und lassen die Kälber bei den Muttertieren. Wäre interessant zu wissen, inwieweit dort Kälber vermehrt krank werden.

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                          • Luki

                            Wenn die Krankheitsrate höher wäre, würde der Bauer wahrscheinlich umdenken und umstellen. Jeder Landwirt hat seinen Beruf erlernt und weiß, was er tut. Auf Grund dessen würde er weder mit seinen Tieren, noch mit seinem Boden etwas tun, was den Ertrag mindert, bzw. seinem Betrieb sofort oder in den Folgejahren schaden würde.

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                          • swelli69

                            Eine Einzelhaltung müsste nicht sein wenn die Molkereien und der Handel nicht so auf Profitgierig arbeiten würden und den Bauern mehr zahlen würden.
                            Ich gäbe gerne etwas mehr Geld aus wenn es den Bauern zu gute kommen würde.

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                            • Luki

                              Es kommt den Bauern aber nicht zu gute. Dies verhindert die Politik. da musst du schon direkt zum Bauern und Milch holen, aber dies geht auch nicht mehr so einfach wie vor ein paar Jahrzehnten. (Vorschriften, Einschränkungen, Hygiene, Keimfreiheit, fehlende Abgabe für den Staat...)

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                            • Dina

                              Leider stehen die wirtschaftlichen Interessen über denen der Tiere. Auch die Milchmenge wurde den Kühen rangezüchtet, so daß manche Rassen schon deshalb körperliche Probleme haben. Deshalb finde ich das auch sehr schlimm und würde gerne nur auf Milch aus "artegrechter" zugreifen

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                              • Luki

                                was haben die denn dann für körperliche Probleme?

                                Keine Bewertungen  | 
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                                • Kara43

                                  Das körperliche Problem wird wohl sein, dass bei diesen Super-Milchlieferanten dann das volle Euter so groß und schwer ist, dass es der Kuh schon Schmerzen bereitet, wenn sie sich hinlegen will oder dass es sie beim Gehen behindert.

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                              • lunamae

                                Es sollte Mutterkühen eine Pause gegönnt werden, auch wenn das bedeutet, dass sie eine zeitlang keine Milch geben und somit ausschließlich einen "Kostenfaktor" für den Betrieb darstellen.

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                                • Gartenhexe

                                  Früher war das noch normal, da musste man sich als Bauer damit abfinden. Aber das ist lange her, und meine Urgrosseltern und Grosseltern wirtschafteten noch auf Höfen mit grossen Grünflächen. Da fielen die Futterkosten als Faktor bei der Kälberzucht nicht so gross aus. Heute werden ja auf jedem freien Meter Mais und Raps auf Bauernhöfen angebaut, und sei es nur zu Verheiz-Zwecken.

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                                  • lunamae

                                    Es ist auch ein Unding, dass Regenwald abgeholzt wird (oder bewusst feuergerodet), damit Futtersoja angebaut werden kann. Natürlich muss man dabei im Blick behalten, dass die Rinderzucht für Argentinien ein großer Wirtschaftsfaktor ist. Aber die Silage hierzulande stammt eben auch von dort. Die Erde ist nunmal rund, ebenso die Wirtschaft. Wenn auch nicht für alle ähnlich lukrativ.

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                                    • Luki

                                      Meines Wissens wird unsere Silage aus Gras von deutschen Federn produziert. Was soll es denn einen Bauern kosten, wenn er diese aus Argentinien kauft? Oder habe ich was falsch verstanden?

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                                      • lunamae

                                        Es geht mir um Futter, dass importiert wird, für das Regenwald abgeholzt wird.

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